Zum Stück
«Der eingebildete Kranke» von Molière, Deutsch: Tankred Dorst
Argan, der «eingebildete Kranke», ist beständig mit sich und seinen vermeintlichen Krankheiten beschäftigt. Seine Tochter Angélique soll deshalb auch nur einen Arzt heiraten, damit er immer ärztliche Hilfe um sich hat. Der Sohn des Dr. Diafoirus, der eben erst seine erste medizinische Prüfung bestanden hat, ist als Schwiegersohn auserkoren. Angélique vermag diesem, der nur in gedrechselten akademischen Redensarten spricht, keinerlei Interesse abzugewinnen. Ihr Herz gehört Cléanthe. Zur Feindin hat sie ihre Stiefmutter Belinde, Argans zweite Frau. Diese tut alles, um sich Argans Liebe zu erhalten und von ihm als alleinige Erbin eingesetzt zu werden. Ein Freund Angéliques ist Béralde, Argans Bruder, der sich ehrlich bemüht, den Bruder von seinem Krankheitswahn abzubringen und auch dem jungen Liebespaar zu seinem Glück zu verhelfen. Die geschickte Drahtzieherin zum guten Ende hin ist aber Toinette, das spitzbübische Dienstmädchen im Hause. Sie treibt nicht nur als Arzt verkleidet ihren Schabernack mit dem eingebildeten Kranken, sie
ergreift auch offen Angéliques Partei.
Schliesslich entlarvt sie Beline, indem sie Argan veranlasst, sich tot zu stellen, um den wahren Charakter der heimtückischen Frau kennen zu lernen.Mit demselben Rezept versöhnt sie Vater und Tochter. Denn während sich Beline bei Argans vermeintlichem Tode habgierig und brutal benimmt, enthüllt sich Angéliques ehrlicher Schmerz und Kummer um den Verlust des Vaters. Argan ist nun bereit, der Ehe mit Cléante zuzustimmen, allerdings unter der Bedingung, dass dieser Medizin studiert und Arzt wird. Noch besser aber wäre es, so meint Béralde, wenn Argan selbst Arzt würde. Mit einer schnell arrangierten Doktorpromotion schliesst die Komödie.