Zum Stück
«Filumena Marturano» von Eduardo De Filippo
Der flotte Domenico gibt seiner langjährigen Geliebten auf dem Sterbebett sein Ja-Wort. Kaum ist dies geschehen, ist die vermeintliche Totkranke wieder quicklebendig. Natürlich will Domenico die Ehe annullieren...Filumena Marturano ist jedes Mittel recht, um ihren Söhnen eine legitime, geschützte Existenz zu verschaffen. Der Kampf dieser Frau erschöpft sich nicht im kleinbürgerlichen Streben nach Sicherheit und Erbschaftsanspruch. Filumena will endlich, als sie den Höhepunkt ihres Lebens schon überschritten hat, ihre zersplitterte Familie um sich sammeln, ihre menschliche Potenz als Mutter und Gattin verwirklichen. Entschieden weist sie die Versuchung von sich, einen ihrer Söhne zu bevorzugen.Der energische Einsatz für ihre Kinder erhebt diese tapfere, selbstbewusste Frau, moralisch weit über ihren Partner Domenico, einen schwächlichen, eigensüchtigen Kleinbürger. «Für einmal spielt nicht der Mann die Rolle des Helden und die Frau die des flehenden, waffenlosen, unterworfenen Opfers. Nein. Sie erleben eine Frau, die sich befreit, die zu kämpfen versteht für sich und ihre Familie» (Marianne Heinen).