Zum Stück
«Georg Dandin» oder «Der betrogene Ehemann» von Molière
Komödie in drei Akten (1668). George Dandin, ein reicher Bauer, ist mit Angélique verheiratet, der Tochter des Landedelmannes von Sotenville. Aber zu seinem Kummer muss er feststellen, dass es ein grosser Fehler für einen Bauern war, eine Adlige zu heiraten. Angélique betrügt ihn offenkundig mit dem Vicomte Clitandre, weiss sich aber jedes Mal geschickt herauszureden, dass es Dandin nicht gelingt, sie vor ihren Eltern zu überführen. Und immer wieder hält die adlige Familie zusammen und lässt ihn seine mindere Abkunft spüren. Als Dandin seine Frau schliesslich bei einem nächtlichen Stelldichein im Garten mit Clitandre überrascht und die Eltern herbeirufen lässt, in dem sicheren Glauben, sie diesmal wirklich überführt zu haben, versteht es Angélique mit äusserster Geschicklichkeit, die Schuld auf Dandin überzuwälzen. Sie steht ihm zunächst ihren Fehltritt ein und bittet ihn um Verzeihung. Als Dandin diese nicht annehmen will, täuscht sie Selbstmord vor, lockt auf diese Weise Dandin aus dem Hause und schleicht sich selbst hinein. Als die Eltern kommen, zeiht sie Dandin der Trunksucht und des nächtlichen Bummelns. Der Schein spricht gegen ihn, und so muss Dandin sich abermals als Geschlagener bekennen und reumütig um Verzeigung bitten. Das oft zitierte «Tu l’as voulu, George Dandin» (Du hast es so gewollt), das der Bauer zu sich selbst sagt, heisst eigentlich «Vous l’avez voulu, George Dandin». (Reclams UB 550.)