Zum Stück
uf Wallisertitsch von Markus Marti
„Die ganze Welt ist eine Bühne
Und alle Fraun und Männer bloße Spieler.
Sie treten auf und gehen wieder ab,
Sein Leben lang spielt jeder manche Rollen.“
(aus „Wie es euch gefällt“ von William Shakespeare)
Frauen anbaggern - Männer anbaggern - Liebeserklärungen und Lobpreisungen – Eifersucht, Altern, Tod und Vergänglichkeit: eine Palette menschlichen Daseins in Hotelzimmern, Bars, in Kirche und Kapelle und dies alles à la carte und in Winkeln und Gassen von Mörel mit den Worten von Shakespeare.
Einen Reigen von Rendezvous mit Shakespeares Sonetten an unterschiedlichen Schauplätzen in Mörel. Das Publikum wird von Schauplatz zu Schauplatz geführt. Bei den Sonetten handelt es sich um Gedichte, die vorgetragen, vorgesungen, vorgespielt werden. Alleine, zu zweit oder in der Gruppe.
Markus Marti, in Visp aufgewachsen, ist der erste Nachdichter aus der Schweiz, der alle Sonette Shakespeares sowohl in Hochdeutsch wie auch im Walliserdeutsch im Druck vorlegt.
"Dum Willjam Scheikspiir schiini Sonetti
in s Titscha und in s Schlächttitscha ubersetzt
vam Markus Marti"
Nur zu oft verschwindet Dichtkunst irgendwo unter unseren Schulbänken, und wir überlassen das Lesen, Vortragen oder Besprechen einer kunstbeflissenen Gruppe von Menschen. Aber Dichtkunst erzählt vom Leben in all seiner Widersprüchlichkeit, Banalität und Sinnlichkeit. Gerade Shakespeares Werke waren und sind äusserst volksnah, sie wurden fürs Leben gebraucht und gewollt. Dichtkunst sinnlich erleben, dem wollen wir wieder auf die Spur kommen und freuen uns, dass Sie uns dabei Gesellschaft leisten.
"Was sich bei Shakespeares Theaterstücken schon eindeutig erwiesen hat - dass sie nämlich in der Volkssprache unmittelbarer und kräftiger wirken - zeigt sich auch bei seinen Sonetten; manches lässt sich im Dialekt präziser sagen als im Hochdeutschen." (Bruno Oetterli Hb.)
"For thy sweet love remembered such wealth brings,
That then I scorn to change my state with kings.”
“An deine Lieb zu denken, macht mich gleich
so reich, ich gäb's nicht für ein Königreich.“
An diini Liäbi z deichu, macht mich riich,
ich tiischtis nit maal gägs es Chinigriich.“
(aus: Sonett 29 William Shakespeare, Sonnets - Sonette englisch, deutsch und wallissertitsch von Markus Marti)