Geschichte

Erste Theater wurden in Mörel bereits im 18. Jahrhundert aufgeführt. Seither herrschte in Mörel ein reges Theatertreiben. Stücke aller Art gingen über die Bühne: Ritterdramen, Legendenspiele, Lustspiele, Schwänke, auch Vereinstheater der tragischen Art, klassische Stücke und Gastspiele.

Eine völlig neue Blüte und Modernität aber brachte die Theaterbegeisterung von Regisseur Leopold Ritz. Vom Jahre 1963 an wurden unter seiner Leitung meist moderne Stücke gespielt.

1976 wurde aus der lockeren Gemeinschaft die Regionale Laienbühne Mörel, wobei – wie es der Name schon sagt – von Anfang an eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden angestrebt wurde. 1979 erfolgte der Anschluss an die Volkstheatervereinigung Sektion Deutschsprachiges Wallis (VSDW) und gleichzeitig an den Zentralverband Schweizer Volkstheater (ZSV).
Die Regie lag während langen Jahren in den Händen von Leopold Ritz, der mit einer geschickten Stückwahl dem Verein weiterhin die Richtung wies. Später erhielt er die Unterstützung von Marianne und Elmar Heinen. 1986 bei «Tiflischus Chrüt» führte Yvonne Venetz Regie. Stets wurde darauf geachtet, dem immer grösser werdenden Stammpublikum anspruchvolles Theater bieten zu können. Um diesem gehobenen Anspruch gerecht werden zu können, wurde auch bei Bühnenbild und Bühnenbau stets mit namhaften Künstlern (Willi Dreesen, Anton Mutter, Ambros Roten, Bernd Kniel) zusammengearbeitet. Seit 1994 arbeitet die Bühne Mörel mit dem international renommierten Bühnenbildner Peter Bissegger zusammen. Bei so viel Engagement, Enthusiasmus und Sachverstand konnten grössere Erfolge nicht ausbleiben.

Im April 1991 wurde die Bühne Mörel mit «Peep-Show», einem Stück von Markus Köbeli, bei dem Marianne Heinen Regie führte, nach Oesterreich eingeladen und erhielt dort den «Förderpreis der Volkstheatertage 91 des Bundes Steyrischer Landjugend Graz» zugesprochen. 1992 bekam die Bühne Mörel, die mit dem Stück «Peep-Show» an die schweizerischen Theatertage nach Aarau eingeladen worden war, erneut einen Anerkennungspreis für die mutige und angemessene Wahl des Stückes sowie für die homogene Gesamtleistung der Truppe. Statt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, suchte die Bühne Mörel neue Herausforderungen. «Frank der Fünfte» von Friedrich Dürrenmatt war in dieser Hinsicht das geeignete Stück. Zum einen verlangte es von den Schauspielerinnen und –spielern eine gehörige Portion Mut, mussten sie doch teils mit Songs vor das Publikum treten. Zum anderen brachte es die Möglichkeit, Volkstheater und Volksmusik zusammenzuführen, was mit den Oberwalliser Spillit denn auch ausgezeichnet gelang.

Zu ihrem 20 jährigen Vereinsbestehen beschritt die Bühne Mörel wiederum Neuland, indem sie mit einer Freilichtaufführung an die alte Tradition des «Thomas in der Bienen» anknüpfte. Mit dem Stück «Wort Gottes» feierte die Bühne grosse Erfolge. Diese Produktion kann sicher als Meilenstein in der langjährigen Geschichte der Bühne Mörel bezeichnet werden. Denn mit Mani Wintsch (freischaffender Regisseur und Dozent für Schauspiel und Regie an der Theaterhochschule Zürich) und Bernadette Wintsch-Heinen (Schauspielerin und Dozentin für Bewegung an der Theaterhochschule Zürich) hatte der Verein zum ersten Mal die Möglichkeit, ein Stück unter professioneller Regie zu erarbeiten. Die Zusammenarbeit mit professionellen Theaterleuten ist sicher mit ein Grund, dass das Publikum in den folgenden Jahren mit Stücken namhafter Autoren wie Coline Serreau (Hase/Hase), Thomas Hürlimann (Dr Franzos am Rotte) und Anton Tschechow (Der Kirschgarten) unterhalten werden konnte.

Ein Vierteljahrhundert Bühne Mörel und ein Volksstück mit unterschiedlichsten Schauplätzen waren für die Bühne Mörel zwei Gründe, mit dem Theater «fremd zu gehen» und sich nach einem besonderen Spielort umzusehen. 

Die Wahl fiel auf das Crazy Palace, ein Dancing und Nachtclub in Brig-Glis. Eine weitere grosse Herausforderung war 2003 das Stück «Hochzeit» von Elias Canetti. Gewidmet wurde dieses Stück dem Mitbegründer und langjährigen Regisseur der Bühne Mörel, Leopold Ritz, der im Jahre 2002 verstarb.

27 Jahre nach der Gründung des Vereins wurde 2003 aus der «Regionalen Laienbühne Mörel» die «Bühne Mörel». Gleichzeitig wurde ein neues Logo geschaffen. Einfacher, lesbarer, kurz: kommunizierbar.

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