«Wer weiss schon, was die richtige Ordnung der Dinge ist.» Mit diesem Zitat von Nikolai Kirsanov am Ende des Stückes «Väter und Söhne» von Brian Friel ging mit unserer letzten Theatervorstellung ein Prozess zu Ende, der vor eineinhalb Jahren mit den Fragen begonnen hat: Was ist eigentlich eine «normale» Lebensweise? Normal für wen? Was ist, wenn ich anders bin? Wie gestaltet sich unser Zusammenleben, unser Miteinander, wenn nicht alle dieselben Vorstellungen vom Leben haben? Die Suche nach einem befriedigenden Leben, was ist das heute? Ist das für alle in gleichem Masse möglich? Schaffen Politik und Wirtschaft den Boden dafür?      Wir durften auf dieser Reise unvergessliche Momente erleben. Dafür bedanken wir uns bei allen Beteiligten von ganzem Herzen.

Aber Theater entsteht erst wirklich, wenn Menschen zuschauen. Ein ganz grosser Dank geht daher an unsere zahlreichen Zuschauer, die mit eindrücklichem Interesse und grossem Einfühlungsvermögen dem Geschehen auf der Bühne gefolgt sind. Zuschauer von unterschiedlichster Couleur, von ganz jung bis ganz alt und alles dazwischen.

Einmal mehr hat sich unser Leitmotiv bestätigt.  «Theater braucht ein starkes Anliegen, einen Grundgedanken, der über das einzelne Schicksal hinausgeht. Ohne politische Haltung zum Text, ohne eine tiefe Inspiration, ohne ein starkes Need, gibt es keinen Anlass, auf die Bühne zu gehen. Es ist dies die Pflicht des Künstlers, dieses Anliegen zu suchen.» (Nora Sonaini) Setzt sich ein Ensemble, das immer auch ein Spiegel der Gesellschaft ist, mit diesen Themen auseinander, trifft es mitten ins Herz der Zuschauenden.

Das durften wir zutiefst erleben. Vielen Dank.

Bernadette Wintsch-Heinen

Mani Wintsch 

Künstlerische Leitung Bühne Mörel

 

Videos

Trailer Väter und Söhne

Väter und Söhne

«Väter und Söhne» beschäftigt sich mit dem ewig aktuellen Konflikt zwischen Jung und Alt. Es erzählt vom Verändern und Bewahren. Wonach streben? Und was bleibt vom eigenen Wirken in der Welt?

Turgenjew traf damals den Nerv der Zeit, weil er von den Sehnsüchten und Ängsten der Menschen in Zeiten des Übergangs erzählte.

Wie bei Tschechow gilt sein vorurteilsloses Interesse den Menschen, ihren Sehnsüchten, Selbsttäuschungen und Widersprüchen, den Brüchen und den haarfeinen Rissen in ihrer Existenz.

Weitere Informationen